am bogen des berges

ein diadem

glitzernd

gleich erinnerung

liegt dort

in dunkler mulde

(der schatten)

ein glanz

ein letzter

gleicht sehnsucht nach wärme

 

an der brust des berges

ein schlafender mund

silbrig

und bebend

und schön so leer

 

(alles weit weit

entfernt von dem knotenpunkt

meiner wahrnehmung

vom widerschein dieser lücke)

.

fordernd drängt sich

gelb ins blau

hinter dächern

hinter ästen

zart ist‘s doch

einerseits

erinnert mich

an dich

schwillt zögerlich und doch bestimmt

andrerseits

was ist

das

für ein bild

der sonnenuntergang

als errektion

der nacht

entblättere deinen mund, flüstere ich

flüsterst du

mich an

so flüstern wir uns

an zwischen

farben zwischen schatten

an

unter

decken

entblättere du, dich

mich

erinnere mich, ich mich - du dich

ich zeichne vorsichtig der linie nach

die uns

schon nicht

mehr trennt

die uns

noch gestern fern hielt, vom

entblättern -

unsere münder langsam, langsam

zu

lösen

erinnere mich an ersten blick, ersten schatten an andrer decke, andrer wand

deinen in mich, mit leicht geneigtem aug -

du ziehst sacht die linie nach

die meine haut mit deiner -

wir flüstern

entblättere deine schatten

entblättere deine lippen

und nun die warmen

endlich aneinander

weich und voll von gestriger sehnsucht

endlich

ohne

wort

sie kratzt sich mit dem rotlackierten nagel des linken zeigefingers am oberschenkel, der unter der hochgeschobenen, dunkelgrünen stoffhose weiß hervorsticht, während gegenüber einer der bauarbeiter danebentritt - drei meter tief durch das gerüst stürzt und im erdgeschoss des hauses auf der rückseite der baustelle, in einer kleinen dunklen wohnung jemand sehnsüchtig einem verzweifelten orgasmus nachjagt.

 

eine alte frau geht schimpfend mit einem rosafarbenem roller an der ersten - und rosafarbenem mädchen an der zweiten hand vorbei, ihr entgegen kommen mit hastigen schritten zwei männer in dunklem anzug, die sich eigentlich lieber gegenseitig in den arm nehmen würden, als sich um ihre klobigen aktentaschen zu schlingen und mit schreiender sirene rast ein krankenwagen die leere straße herunter.

 

die sonne scheint, eine frühlingssonne, die durch die verkniffenen augen der wartenden an der haltestellte sticht und langsam hebt der kran über dem halbfertigen gebäude zwei lange rotbraune rohre in den klaren himmel, wirft den endlosen schatten in ihr gesicht, so wie der einsame in seinem kühlen zimmer eine speckige decke über den erschlafften penis zieht und sich langsam auf die seite dreht.

 

sie hat die hohen stiefel ausgezogen und beobachtet die blasse spinne, die über das von der feuchtigkeit des winters dunkel gewordene holz läuft, legt die spitze des linken zeigefingers, unter dessen nagel noch ein paar schuppen des oberschenkels hängen, in die bahn des tierchens und im moment da dieses ausweichen will, zerdrückt sie den durchsichtigen leib und betrachtet die kuppe auf der suche nach dem kleinen herz.

 

im blendend weißen licht tanzen birkenpollen, ein schöner nachmittag findet sie, dreht bedächtig eine strähne des langen haars zu einem knoten und stellt sich vor wie die schweren betongewichte am ende des krans herausrutschen, lautlos zu boden stürzen und all das neu gebaute zu staub zerlegen, jeden menschen dort zermalmen und nur der drei meter tief gefallene arbeiter nicht opfer dieser idee wird.

 

ihn würde sie dann heiraten in der grauen wohnung des sehnsüchtigen und der dürfte zuschauen bei der hochzeitsnacht und wäre vielleicht nicht mehr so einsam, während die sonne langsam hinter ...

Hier ein Kegelschein:

graublau, zart

dem Ursprung, dem ursprünglichsten

entfliehend.

In die Weite -

in die sich zuspitzende -

hebt sich, spannt -

senkt sich.

Atem.

Hebt sich die rechte Schulter (des Mondes), senkt sich.

Die Linie, die dem

Unsichtbaren, dem unsichtbarsten

entflieht,

zieht sich zur

gespannten Spitze -

Blick, nach innen.

Blaugrau, zarter

Widerschein, schattend um die Winkel.

außen

die felder und

flüsse.

braune, fahle linien in einem kalten

raum,

endlos.

flattrige erinnerung

und häschen,

erbrochener beton.

dazwischen

magnolienblüten gleich offenen schädeln

und zehen,

die aus sandalen quellen,

wie all das nicht

geweinte.

ordentlich drapiert,

hoffnungsvoll und

einsam.

innen

plaudert man zu

radio und bratenduft.

angelegte rüstung, wie eine decke

um die müden

beine.

das meer das blut das licht

alles

will

fließen

unter gespannten blicken und

fingern blind gezogen

sie greift in den

himmel durchs fenster

hinaus durchs raster

hinaus

an

vier

an

sechs

vorbei

einzig die bilder ohne menschen werden gerahmt

die menschen haben gesichter

das

muss reichen

alles

will

fließen das meer das blut das licht

vertikal mit

ausnahmen

und

bestätigung einer längst

vergessenen vermutung die wie eine stimme

durch wände dringt - dumpf und leer

ahnen kann man

bäume und interesse

und

existenzen kurz vor

dem

horizont dem ende

dem grünlichen

dem

aus in taschen steckenden

händen

genähten

alles

will

fließen das meer das blut das licht

ich

der hintergrund

bündig

abgeschlossen

 

die

 

augen

 

offen

Die Worte wurden zu Wind, die Gedanken zu Wasser, der Körper zu Sand und das Herz zur Sonne. So trieb ich dahin...

Monate vergingen ehe ich Land sah. Eine kleine Insel aus grauem Stein und blauen Wolken sollte meine neue Heimat werden. Der erste Schritt auf sich festigendem Boden war wie Erwachen aus tiefstem Schlaf. Der Wind wurde zu Worten, das Wasser zu Gedanken und der Sand wieder zu einem Körper. Einzig das Herz blieb eine Sonne.

Nachdem ich zwei Jahre auf der Wolkeninsel gelebt hatte, traf ich zum ersten Mal auf ein lebendiges Wesen. Erstaunlich, dass es so lang gedauert hatte, aber da mein Herz im Himmel war, waren es meine Augen wohl auch.

Ich formte eine kleine Tat und schenkte sie dem Hirsch zur Begrüßung. Wir verstanden uns besser, als ich mich je mit mir selbst verstanden hatte. Doch, wie der Mensch nun einmal ist und isst, aß ich den Hirsch.

Es war an der Zeit wieder zu Sand und Wasser und Wind zu werden.

Es war Zeit zu gehen...

blausinnen

in innenwelten, außenräumen -

fließen, laufen

die empfindungen

durch glieder

 

blausinnlich

senkt das licht sich nieder,

wird der tag

zu nächten und

stetig ist wandel,

übergang

 

blausinn

so eindrücklich und weich

dringt die suche,

dringlich durch

die hüllen,

wird zu bild, ton -

zerrinnt im zwischen

der blassblaue vorhang,

sich in falten herab gießend,

von unsichtbarer, vielleicht

kinderhand zusammengehalten.

das schmale lange gelenk,

dessen haut sich dreht,

wie eine geschälte wurzel,

eingefasst von

einer unbekannten zeit.

die früchte im festen griff,

trophäen,

gleich der schnalle, unter der dein leben sitzt,

irmgard.

Ich will

wachsende blüten,

blühende rippen.

Und ängste,

verkörpert in

rauch und

spiegelscherben. im

schatten dieser

wohlig klingenden

stimme, die

singt „it

is nothing“.

Schöne blumen

auf deiner

haut, die

lachen.

um weich schlingend

arme an haut

um hals

nacken nackten nacken

weich umschlingen

arme den seinen

hals

kühle finger in warmen

nacktem nacken

atem auch im

nacken

am hals am ohr

feines flüstern dringt durch fingerspitzen

lippen

an den weichen

weichen

weichen langsam harten

weiche lippen am

langsam harten und

fingerspitzen

gleiten über rippen

straffe weiche rippen

haut weich warm

greifen zwischen

rippen hüfte

haut an haut an hüftenhaut

greifen kreisen

langsam

hin hin

hinunter

 

lippenspitzen an rändern

flüstern

nimm

mich

hin gebe

schenke

öffne deine

weichen

festen

 

um weich schlingend

arme um hals

ihren schmalen

nackten rücken

weich warm hände gleiten über rücken

ihren runter

greifen packen drücken ihren

lippen öffnen feuchte wärme

über in und unter seinem

langsam

 

jetzt

 

sachte sachte drängen atemstöße

atem

stöße

wollen drängen an die weichen

hautpartien

an die festen

hautpartien

schließen schenkel sich um

hüften feste

fester will sein atem

will ihr atem

schließen arme sich um

nacken nackte nacken

feste rippen

schmelzen worte

schmilzt

unser

schmilzt der

atem

schmilzt die haltung

langsam um den festen

harten

fließt eins

deins in meines

er hinein

du hinein

rein fest und warm und weich zugleich

schließe ich meine arme um

um um

um

deinen festen nackten

meine lippen in

deine

heiße hände feuchte rücken

rhythmisch

rhythmisch

warmes heißes

volles

ganzes dringt in

volles großes

atem dringt in weiches

weiche lippen

weiche haut

fließt über

fließt ein

rein

tief

 

tief

tiefer

stößt atem

stößt die wärme

drängen fingerspitzen

zwischen spalten

falten

pressen glieder sich um glieder

pressen lippen sich um lippen

pressen hände sich um nacken

schließen hände sich in hände

schließen beine sich um beine

öffnen augen sich und weiten

räume

weiten

atem

tiefer

hitze

schweiß und perlen rinnen

rinnen verrinnen

alles

öffnen schließen

spannen wärme und hände und glieder sich

und du mich und

ich in dich